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Start-up-Szene

Karrieretechniken für Frauen

Martina Szabo, Produktionsleiterin - Kapsch Components und Desirée Zottl, Start-up-Gründerin - Gatherer, sowie Daniel Horak (Managing Partner Conda Crowdinvesting) im Gespräch. / © Foto: FEEI/APA-Fotoservice/Roßboth
Martina Szabo, Produktionsleiterin - Kapsch Components und Desirée Zottl, Start-up-Gründerin - Gatherer, sowie Daniel Horak (Managing Partner Conda Crowdinvesting) im Gespräch. / © Foto: FEEI/APA-Fotoservice/Roßboth
Martina Szabo, Produktionsleiterin - Kapsch Components und Desirée Zottl, Start-up-Gründerin - Gatherer, sowie Daniel Horak (Managing Partner Conda Crowdinvesting) im Gespräch. / © Foto: FEEI/APA-Fotoservice/Roßboth

Entwickle ich mich in einem Konzern zur Expertin oder riskiere ich es mit einem Start-up? Eine sehr aktuelle Frage, über die ExpertInnen viel zu sagen haben.

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Desirée Zottl

Start-up-Gründerin – Gatherer / © Foto: FEEI/APA-Fotoservice/Roßboth

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Martina Szabo

Produktionsleiterin – Kapsch Components (links) und Desirée Zottl, Start-up-Gründerin – Gatherer (rechts) im Gespräch. / © Foto: FEEI/APA-Fotoservice/Roßboth

Wohin geht es für junge Frauen nach dem Studium? Und: Wie wird frau erfolgreich im Beruf? Auf Einladung des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie und der Kapsch AG diskutierten diese Fragen Martina Szabo (Produktionsleiterin bei der Kapsch AG), Desirée Zottl (Gründerin des Start-ups Gatherer) und Daniel Horak (Managing Partner Conda Crowdinvesting) mit Studentinnen und jungen Absolventinnen technischer Studienrichtungen.

Mut zum Selbstbewusstsein

„Frauen, traut euch! Wir sollten zeigen: Frau und Technik, das geht. Oft gibt es kleinere Hürden, aber die meistert man am besten mit Humor“, zeigt sich Martina Szabo, die seit 2003 im Fertigungsbereich arbeitet und mittlerweile Prokuristin ist, überzeugt. Ins selbe Horn stößt Desirée Zottl: „Oft sind meine Gesprächspartner überrascht, wenn sie herausfinden, dass ich als junges Mädel nicht das Marketing oder das Design mache, sondern wirklich meine App entwickle“, weist sie auf nach wie vor weitverbreitete Klischees hin. Ein Nachteil?

„Nicht wirklich“, meint die Absolventin der FH St. Pölten. Oft seien bei Pitches neun von zehn Start-up-Gründern männlich. „Als einzige Frau stichst du da heraus, das ist auf jeden Fall ein Wettbwerbsvorteil, weil dir die volle Aufmerksamkeit gewiss ist.“ Letztlich sei das Geschlecht für den Erfolg nicht entscheidend – weder positiv noch negativ, also sollten sich junge Frauen nicht von Klischees abhalten lassen. „Am Ende zählt nur die Eigenleistung. Geld kommt zum Schluss.“

Mut zum Selbstwert

Geld – ein Faktor, der in dieser Debatte natürlich nicht vergessen werden darf. Immerhin gibt es ihn nach wie vor, den Gender Pay Gap. Martina Szabo erklärt sich das recht simpel: „Frauen sind oft wählerischer als Männer, wenn es um den Arbeitsplatz geht. Wir achten auf’s Gesamtpaket, Männer eher auf Karriereentwicklung und Geld, daher verlangen sie 15 Prozent mehr beim Einstiegsgehalt.“

Dass das langfristig zu geschlechtsspezifischen Gaps bei Karriereentwicklung und Einkommen führt, liege auf der Hand. Szabo wiederholt daher ihren Rat, sich als Frau in der Technik mehr zuzutrauen: „Wir sind gesucht, wir sind gefragt. Keine Frau, die in die Technik geht, muss sich Jobsorgen machen.“

Von links nach rechts: Doris Kruschitz-Bestepe (Kapsch AG), Desirée Zottl (Start-up-Gründerin, Gatherer), Daniel Horak (CONDA Crowdinvesting und Austrian Startups), Martina Szabo (Produktionsleiterin, Kapsch Components)

In Start-ups ist das weniger rosig, sagen Zottl und Horak. Da wisse man oft nicht einmal, ob es das Unternehmen in einem Monat noch gibt, wie soll man da Jobgarantien geben? Die Wahl zwischen Konzern oder Start-up sei also auch eine zwischen Sicherheit und Risiko sowie Vision. Weitergehen wird es danach aber immer: Die Industrie weiß die Erfahrungen, die junge Frauen bei Start-ups machen und das Committment, das dafür nötig war, mittlerweile sehr zu schätzen.

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