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Frauen in MINT-Berufen

Talented Young Female Architectural Designer Draws Building Concept on a Graphics Tablet Display Vertical Touchscreen Table. Clean Minimalistic Office, Concrete Walls Covered by Blueprints.
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iStock/gorodenkoff

Im Interview: Dr. Margit Waid, Abteilungsleiterin für Gender & Diversity Management an der JKU, Magdalena Grömer, Studentin Automatisierungstechnik an der FH Oberösterreich, sowie Dr. Doris Weichselbaumer, Institutsvorständin für Frauen- und Geschlechterforschung an der JKU und Dipl. Päd. Beate Zechmeister, Leiterin Frauenreferat des Landes Oberösterreich

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Dr. Margit Waid

Abteilungsleiterin, JKU – Frauen in der Technik © Foto: JKU

Frauen sind in MINT-Studien immer noch unterrepräsentiert. Wie kann der Hochschulsektor junge Frauen dafür begeistern?

Die Begeisterung für MINT-Fächer wird lange VOR der Studienwahl gelegt. Zentrale Weichenstellungen passieren in der frühen Kindheit und im Volksschulalter, wobei die absolut unterschätzten Fächer Werken, Musik und Mathematik sind. Unser Bildungssystem konzentriert sich auf Sprache als Anzeiger der kognitiven Leistungsmöglichkeiten und verpasst damit unglaubliche Chancen der Interessensentwicklung im MINT-Bereich.

Neben der notwendigen Reform der Studierbarkeit von MINT-Fächern können individuelle Fördermöglichkeiten unterstützen. Wissenschaft und Didaktik dürfen keine Gegenpole mehr sein.

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Magdalena Grömer

BSc, Studentin Automatisierungstechnik an der FH Oberösterreich – Campus Wels

Warum haben Sie sich für ein MINT-Studium entschieden? Was war dafür ausschlaggebend und welche Karrierewege können sich dadurch für Sie eröffnen?

Begeisterung und Interesse für die Welt der Technik – das waren die Voraussetzungen dafür, dass ich mich für das Studium Automatisierungstechnik an der FH Oberösterreich entschieden habe. Mir ist die umfassende mechatronische Ausbildung sehr wichtig.

Besonders schätze ich an meiner Studienrichtung, dass ich bereits ab dem dritten Semester die erlernte Theorie in Praxisprojekten und einem Berufspraktikum um- und einsetzen kann. Ich denke, dass mit der Kombination von technischem Wissen und „weiblichem Gespür“ schon jetzt viele Türen offen stehen.

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Dr. Doris Weichselbaumer

Institutsvorständin, JKU – Gender Studies © Foto: JKU

Welche Ursachen liegen dem Mangel an Frauen in MINT zugrunde und wie kann man den Frauenanteil erhöhen?

Die Ursachen liegen in der beständigen Wiederholung von Vorurteilen und überkommenen Geschlechterstereotypen. Die geringe Zahl von Professorinnen in den technisch-naturwissenschaftlichen Fächern birgt weder Identifikationspotenzial noch macht es jungen Frauen Mut, einer vorhandenen Begabung nachzugehen.

Oft liegen den Theorien und Anwendungen im MINT-Bereich unreflektierte, geschlechterstereotype Annahmen zugrunde. Daher muss die Personalpolitik in Wissenschaft und Unterricht geändert werden und Aufklärung durch ExpertInnen stattfinden. Nur so kann ein gemeinsames Verlernen der Vorurteile gelingen.

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Dipl. Päd. Beate Zechmeister

M.A., Leiterin Frauenreferat des Landes Oberösterreich © Foto: Nina Baumgartner

Welche gesellschaftspolitischen Initiativen sind notwendig, um mehr Mädchen für naturwissenschaftliche und technische Berufe zu gewinnen?

Eltern haben bei der Berufsentscheidung eine wichtige Schlüsselrolle und beeinflussen schon früh das Selbstbild ihrer Töchter. Viele Mädchen haben Talent für und Freude an technischen und handwerklichen Berufen. Mädchen sollen schon früh gezielt an technische und naturwissenschaftliche Fächer herangeführt werden.

Nur wer sich seiner Begabung und der verschiedenen Berufsmöglichkeiten bewusst ist, kann auch den richtigen Ausbildungsweg einschlagen. In Oberösterreich arbeiten hier Schule, NetzwerkpartnerInnen und verschiedene Technikinitiativen sehr eng zusammen.

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